Amazonen
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Amazonen
Die Amazonen (griechisches Äquivalent für "brustlos" oder von "a-mazas", brotlos) waren ein Volk kriegerischer Frauen aus der griechischen Mythologie.
Sie stammen angeblich vom Kriegsgott Ares und dessen Tochter, der Nymphe Harmonia, ab. Noch in unserer Zeit sind sie ein bewunderungswürdiges Beispiel für Unabhängigkeit und Selbstgenügsamkeit.
Ein Leben ohne Männer
Nach dem Historiker Herodot (484 - 425 v. Chr.) lebten die Amazonen am Fluss Thermodon im Pontos-Gebiet. Dort regierten sie ihr märchenhaftes, wildes Reich ohne Männer.
Die einzigen Kontakte fanden einmal im Jahr statt, um sich fortzupflanzen. Männliche Neugeborene wurden umgehend getötet. Nur in sehr seltenen Fällen gaben die Amazonen diese Kinder ihren Vätern zurück. Die Mädchen dagegen unterrichteten sie schon in deren Kindheit im Kriegshandwerk.
Sie hielten jedoch durchaus männliche Sklaven. Diese bekamen Brot zu essen, was bei den Kriegerinnen als schwächlich galt. Sie selbst bevorzugten eiweiß - und vitaminhaltige Speisen.
Die Macht ihrer Matriachartsgesellschaft teilten sich zwei Königinnen: Eine war für die Verteidigung zuständig, die andere für den Haushalt.
Sie kleideten sich nur mit einer eng anliegenden Tunika. Ihre Waffen waren Pfeil und Bogen.
Die Amazonen hatten allen von Männern regierten Kulturen den Krieg erklärt. Von anderen Zivilisationen wurden sie als "widernatürliches und gefährliches Volk" eingestuft. Sie kämpften nicht nur um sich zu verteidigen, sondern führten auch durchaus expansive Kriege. Nicht immer blieben sie siegreich, wie zum Beispiel bei den Kämpfen mit Herakles.
Kriege
In der klassischen Mythologie wird von mehreren Kämpfen berichtet, an denen die Amazonen beteiligt waren, zum Beispiel bei der Invasion in Phrygien und Lykien, von wo sie durch Bellerphontes, dem Besitzer des geflügelten Pferdes Pegasus, vertrieben wurden.
Die Griechen jedoch hatten am meisten unter ihren Angriffen zu leiden. Ihr alter Feind Priamos, der König von Troja, bat sie sogar darum, den Tod seines Sohnes Hektors an den Griechen zu rächen. Die Amazonen führten so unter der Königin Penthesilea einen Krieg gegen Troja an. Der griechische Held Archilles erschlug dann aber Penthesilea, doch als er der sterbenden Königin den Helm abnahm, verliebte er sich in sie und bereute seine Tat.
Pferde
So sehr die Amazonen auch Männer verabscheuten, sie liebten ihre Pferde. Auch heute noch verwendet man diesen Begriff für erfolgreiche Reiterinnen.
Neben ihrer Schönheit und dem Ruf als treffsichere Bogenschützinnen waren die antiken Kriegerinnen für ihre Reitkünste bekannt. Während des Ritts konnten sie auf den Pferden tanzen, springen und andere Kunststücke vollführen, so sprangen sie zum Beispiel im Galopp von einem Pferd auf ein anderes oder mit einem ungesattelten Pferd durch einen brennenden Reifen.
Die Pferde waren hervorragend ausgebildet und gehorchten ihnen. Alles war perfekt organisiert.
Hippolyte
Die neunte von den zwölf Aufgaben, die Eurysteus, der König von Mykene, seinem Vater Herakles auftrug, war, dass dieser ihm den goldenen Gürtel des Kriegsgottes Ares bringen sollte. Dieser jedoch war im Besitz der Amazonen-Königin Hippolyte.
Hippolyte wehrte sich nicht gegen die Absichten von Herakles, stattdessen bot sie ihm den Gürtel sogar zum Zeichen ihrer Liebe an.
Später jedoch bekam Herakles doch noch Probleme mit den Kriegerinnen, da die Göttin Hera verbreitet hatte, dass er deren Königin stehlen wolle. Die Schwierigkeiten, in die Herakles durch den Angriff geriet, belegen eindeutig deren kämpferischen Charakter.
Sinnliche Kriegerinnen
Neben ihrer Kriegsfähigkeiten und ihrer Reitkunst zeichnete die Amazonen vor allem eines aus: Ihre überragende Schönheit. So raubte zum Beispiel Thesus, der Bezwinger des Mintaurus, die Königin Antiope. Das brachte die übrigen Kriegerinnen so gegen ihn auf, dass sie ihn bis nach Attika verfolgten.
Ihrer Sinnlichkeit unterlagen auch die Skythen. Laut Herodot haben die beiden Völker später sogar Frieden geschlossen und miteinander Nachkommen gezeugt. Das ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, da die Amazonen sehr stolz auf ihr männerloses Reich waren.
