Prometheus
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Prometheus (dt. der Vorausdenkende) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Titanen Iapetos und der Klymene (oder der Themis) oder des Eurymedon und der Hera. Prometheus gilt als Schöpfer und Kulturbringer der Menschheit.
Prometheus entwandte das von Zeus den Menschen vorenthaltene Feuer in einem hohlen Stab und brachte es auf die Erde. Um die Menschen zu strafen, schickte ihnen Zeus die Pandora, den Prometheus aber fesselte er an einen Felsen und sandte einen Adler, der ihm täglich die Leber (als Sitz der bösen Begierden) zerfleischte, welche nachts immer wieder nachwuchs. Herakles erlegte endlich den Adler mit Bewilligung des Zeus und befreite Prometheus.
Der Mythos von Prometheus
Äschylos dichtete seine großartige Trilogie, welche das Schicksal des Prometheus behandelt, und worin die Sage zum tiefsinnigsten aller theogonischen Mythen ausgebildet ist. Hier erscheint Prometheus als unsterblicher Gott und als der sich aufopfernde Freund des Menschengeschlechts. Obwohl selbst ein Sprößling des Titanengeschlechts, steht er doch dem Zeus mit seinem Rat gegen die Titanen bei. Als aber Zeus, zur Herrschaft gelangt, das Menschengeschlecht vertilgen will, um ein neues zu schaffen, entreißt Prometheus die Menschen dem Verderben, verleiht ihnen die Hoffnung und schenkt ihnen auch das Feuer. Er ist der Erfinder aller Künste, die das eben der Menschen verschönern; aber für alle Wohlthaten, die er dem Menschengeschlecht erzeigt, wird er auf Befehl des Zeus durch Hephästos in Skythien an einen Felsen gefesselt. Hier erscheint Hermes bei ihm und verlangt, daß er eine dem Zeus wichtige Weissagung bekannt machen solle. Auf seine Weigerung wird er durch einen Blitzstrahl des Zeus samt dem Felsen in den Tartaros gestürzt und kommt erst nach Jahrtausenden auf die Oberwelt zu neuer Qual zurück; denn an den Kaukasus festgeschmiedet, wird er von dem Adler gepeinigt, und diese Qual soll nicht eher aufhören, als bis ein andrer Gott freiwillig für ihn in den Hades geht. Ein solcher findet sich endlich in dem Kentaur Chiron, welcher, durch Herakles unheilbar verwundet, zu sterben wünscht, und dessen Stellvertretung Zeus annimmt. Endlich erscheint Prometheus auch als Künstler, der Menschen und Tiere aus Ton bildet und sie entweder selbst mit dem himmlischen Feuer beseelt, oder durch Zeus oder Athene ihnen Atem einhauchen läßt. Nach seiner Erlösung kehrt Prometheus auf den Olymp zurück, um wieder, was er früher war, der Berater und Prophet der Götter zu werden.
Prometheus in Kunst und Literatur
Man hat geglaubt, den Grundstock der Prometheussage (allerdings in sehr veränderter und primitiver Gestalt) als arisches Erbgut bei den Hindu wieder aufgefunden zu haben. Von neueren Bearbeitungen des Mythos erwähnen wir die Fragmente einer Tragödie von Goethe, die Szenen: "Der entfesselte Prometheus" von Herder und "Prometheus unbound" von Shelley. Plastisch wurde die Sage in den letzten Jahrhunderten der antiken Kunst besonders zu allegorischen Darstellungen des Menschenlebens an Sarkophagen verwendet und zwar häufig in Verbindung mit dem Mythos von Eros und Psyche, der Moiren etc. Ein schönes Relief, Prometheus den Menschen bildend, den Athene durch den Schmetterling beseelt, findet sich im Louvre; besonders interessant aber ist ein spätrömischer, in seinem Ideenkreis dem Neuplatonismus angehörender Sarkophag im Museum des Kapitols zu Rom mit der Darstellung der Menschenbildung durch Prometheus und der Schicksale der Menschenseele. Von neuern Kunstwerken ist die Gruppe des Prometheus und der ihm gegen den Adler zu Hilfe kommenden Okeaniden von Ed. Müller in der Berliner Nationalgalerie zu erwähnen.
